Hubertusmesse mit Jagdhornchor: Ablauf und Musik im Detail
Anfang November füllen Jagdhornchöre die Kirchen: Die Hubertusmesse ist der feierliche Höhepunkt des Bläserherbstes und zugleich ein Gottesdienst mit klaren Regeln. Was in der Messe geschieht, welche Musik erklingt und wie ein Chor sich vorbereitet, lesen Sie hier.
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Die Hubertusmesse ist eine Heilige Messe zu Ehren des heiligen Hubertus, des Patrons der Jäger, die meist in den ersten Novembertagen rund um seinen Gedenktag am 3. November gefeiert wird. Ihre Besonderheit ist die Musik: Statt Orgel oder Gitarre erklingt der Jagdhornchor, und statt moderner Lieder trägt das alte Liedgut den Gottesdienst. Für viele Chöre ist die Hubertusmesse der wichtigste Auftritt des Jahres, denn hier begegnen sich Jagd, Glaube und Öffentlichkeit.
Der Ablauf einer Hubertusmesse
Der Rahmen folgt der gewöhnlichen Messordnung, ergänzt um blasende Elemente an festen Stellen:
- Einzug: Der Chor spielt einen Choral oder ein feierliches Stück, die Gemeinde erhebt sich, die Messdienerinnen und Messdiener ziehen ein.
- Kyrie und Gloria: gesungen oder gesprochen; vielerorts untermalten die Hörner die Gesänge.
- Zur Schriftlesung: Stille oder ein leises Zwischenspiel aus der Ferne.
- Offertorium: Musik zur Gabenbereitung, oft ein Liedsatz oder ein ruhiges Signal in weiter Lage.
- Zur Kommunion: Besinnliche Musik, in Hubertusmessen häufig die weichen Stücke des Chores.
- Auszug: feierliches Schlussstück, danach auf dem Kirchenvorplatz das gemeinsame Halali.
Das Halali vor der Kirche ist der Moment, den die Gemeinde erwartet. Es beschließt nicht die Jagd, sondern die Messe, aber es bringt die Welt des Waldes in den Dorfrahmen zurück. Wer die Bedeutung der Signale genauer kennen lernen will, liest unseren Überblick zu den Jagdsignalen und ihrer Bedeutung.
Die Musik der Messe
Das Repertoire der Hubertusmesse ist konservativ, und das ist Absicht. Gespielt werden Choräle wie Großer Gott, wir loben dich und Nun danket alle Gott, dazu Liedgut der Jagd in schlichten Sätzen. Viele Chöre stimmen zu Beginn das alte Jagdpatronatslied an oder spielen einen Satz zur Ehre des Heiligen. Die Stücke müssen ohne Ventile auskommen oder zumindest ohne Effekthascherei: In einer Kirche zählt die Reinheit des Tones. Unser kommentiertes Repertoire für Jagdhorn und Bläsergruppen ordnet die geeigneten Sätze nach Anlass.
Für die Stimmwahl gilt eine Faustregel: In der Kirche wird tiefer und weicher geblasen als im Festzelt. Der Raum trägt, und was draußen kraftvoll wirkt, wirkt drinnen schnell zu laut. Chöre, die beide Welten bedienen, proben die Messprogramme deshalb getrennt von den Festprogrammen.
Tracht, Grün und geschmückte Hörner
Zur Hubertusmesse erscheinen Jagdgemeinschaften und Chöre meist in grüner Tracht oder Jagdkleidung. Die Hörner werden mit Tannengrün geschmückt, ein Brauch, der dem Fest sein Gesicht gibt. Auch das Kirchenschiff ist oft mit Grün und Kerzen geschmückt, und vorne steht manchmal ein windinges Hubertuskreuz. All das ist Schmuck, nicht Vorschrift: Die Gestaltung liegt bei der Gemeinde und beim Chor.
Wie ein Chor die Messe vorbereitet
Die Vorbereitung beginnt meist im September, oft mit einer Sonderprobe in der Kirche selbst, denn jeder Raum klingt anders. Geübt werden Einzugs- und Auszugsstück bis zur Sicherheit, dazu die Zwischenspiele und das Halali in der Besetzung, die draußen spielen wird. Wichtig ist die Absprache mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer: Wo steht der Chor, wann spielt er, wie lange darf ein Stück dauern. Diese Absprachen sind unspektakulär, aber sie entscheiden, ob die Messe getragen wirkt oder gehetzt.
Wer die geistlichen Wurzeln des Anlasses sucht, liest unsere Einführung zur Legende des heiligen Hubertus. Und wer den Überblick über die ganze Saison sucht, von der Hubertusmesse bis zum Weihnachtskonzert, findet ihn in unserem Beitrag zu Musik und Brauchtum.
Der weltliche Abend danach
In vielen Orten folgt auf die Messe ein gemeinsamer Abend in Saal oder Gasthaus, und auch der hat seine Formen: Ansprachen, Ehrungen für Jubilare, ein gemeinsames Essen und das ausgedehnte Gesellschaftsspiel des Chores. Hier begegnen sich Generationen, die sich sonst nur auf dem Revier oder im Probenraum sehen, und hier entstehen die Termine des kommenden Jahres. Wer zum ersten Mal dabei ist, sollte eines wissen: Der letzte Ton des Abends gehört fast immer dem Halali, gespielt von allen gemeinsam, so leise es geht.
In der Hubertusmesse schweigt die Jagd und spricht das Horn: Der Dank hat das erste und das letzte Wort.
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